vertikaler Exzess - gummy smile
Die Relation der Oberlippenlänge zu den Schneidezähnen sollte harmonisch sein. Die Schneidekante sollte in Ruheposition die Oberlippe um ca. 2mm überragen. Wird das Zahnfleisch des Oberkiefers sichtbar (in Ruhe oder beim Lachen), spricht man von Gummy smile.
Das Gummy smile an sich hat natürlich keinen krankheitswert. Es wird aber oft als störend empfunden.
Das Operationsverfahren
Das operative Vorgehen entspricht einer Oberkieferverlagerung (
siehe sagittale Fehlstellungen). Ein knöchernes Segment wird aus dem Oberkiefer entfernt, um ihn anschließend eine “Etage" höher wieder zu fixieren.
Merkmale:
- Mittelgesicht zu lang
- "viel Zahnfleisch"
- häufig mit Unterkieferrücklage kombiniert
Gesichtsasymmetrien

Eine bei Abweichung zwischen Kinn-und Nasenspitze leicht zu erkennende Gesichtsasymmetrie kann u.a. Folge eines Unfalls (Kieferbruch, Verletzung der Wachstumsfuge…) sein, aber auch durch jahrlanges Daumenlutschen kann es zu asymmetrischen Verformungen der Knochen und Weichteile kommen. Durch die Asymmetrie sind Fehlbelastungen der Kiefergelenke und der Wirbelsäule typisch.
Merkmale:
- "schiefes" Gesicht
- häufig Kiefergelenkssymptomatik
Das Operationsverfahren
Bei der operativen Korrektur müssen meist Ober- und Unterkiefer neu positioniert werden (bimaxilläre Umstellungsosteotomie). Auch hier werden alle Korrekturen ausschließlich durch die Mundhöhle vorgenommen.
Das operative Vorgehen entspricht im Wesentlichen der Verlagerung von Ober- und Unterkiefer in der sagittalen Ebene.
frontal offener Biß
Man unterscheidet zwischen einem frontal offenen Biss im Bereich der Frontzähne und dem seitlich offenen Biss im Seitenzahnbereich. Bei einem großen frontal offenem Biss ist das Sprechen und Abbeißen behindert. Bei einem seitlich offenem Biss ist das Kauen eingeschränkt.
Merkmale:
- Kau- und Abbeißprobleme
- atypisches Schlucken (Zunge liegt beim Schlucken zwischen den Zahnreihen)
- häufig insuffizienter Lippenschluß
Beim frontal offenen Biss klafft beim Zusammenbeissen zwischen den Frontzähnen des Ober- und Unterkiefers eine Lücke. Ursache ist häufig der Gebrauch von Schnullern über das 3. Lebensjahr hinaus oder Daumenlutschen. Wird die schädliche Gewohnheit früh
genug abgestellt, kann oft auf eine KFO-Behandlung verzichtet werden. Wird die Ursache - also das Habit - jedoch nicht beseitigt, kommt es mit der Zeit durch den offenen Biss unter anderem zu Sprachstörungen und Schwierigkeiten beim Kauen.
Ziel der Operation ist es, die Kiefer in eine normale Relation zueinander zu bringen, um somit optimalen Mundschluß zu gewährleisten und einen normalen Überbiß zu realisieren.
Das Operationsverfahren
Der Eingriff erfolgt in Allgemeinnarkose. Durch einen kurzen Schnitt im Mundvorhof wird der Knochen der Oberkieferbasis freigelegt und auf beiden Seiten wird die Basis des Oberkieferknochens einschließlich der Nasenscheidewand gelöst.
Dann wird im hinteren Teil des beweglich gemachten Oberkiefers etwas Knochen entfernt und der Oberkiefer nach oben versetzt.
Dadurch kann der Unterkiefer eine bessere Schließbewegung (Autorotation) vollführen, die zu einem optimalen Kontakt der Zähne führt. Der Kiefer wird durch Schrauben und Mini-Platten in dieser Stellung fixiert. Die Einstellung und Sicherung der richtigen Verzahnung erfolgt mit einer Kunststoff-Schiene (splint), die auch noch nach der Operation für einige Wochen getragen werden muß.
seitlich offener Biß
Wie eingangs schon erwähnt stehen beim seitlich offenen Biß die Kauproblme im Vordergrund.
Bei einem sehr ausgeprägten seitlich offenen Biß kann die Distraktionsosteogenese eine geeignete Möglichkeit zur Behandlung darstellen.
Die Distraktionsosteogenese ist ein neues Verfahren, bei der durch kontinuierliches Auseinanderziehen von zwei
Merkmale:
- Kauprobleme
- typisches Schlucken (Zunge liegt beim Schlucken zwischen den Zahnreihen)
- häufig Kiefergelenkssymptomatik
Knochenbruchstücken, der sich im Bruchspalt bildende neue Knochen (Kallus) zu einer Verlängerung des Knochens iinsgesamt benutzt wird. In diesen Fällen wird das zahntragengende Knochensegment im Bereich des offenen Bisses in Richtung Okklusionsebene (Kauebene) bewegt. Dies kann sowohl im Unterkiefer, wie auch im Oberkiefer geschehen.
Das Operationsverfahren
Distraktoren sind kleine, mechanische Bauteile, die meist über ein Gewinde den gewünschten Zug auf die zuvor durchtrennten Knochensegmente ausüben.
Die Apparatur wird unter der Schleimhaut befestigt, wobei die Mechanik in die Mundhöhle hineinragt.
Die Operation wird in Vollnarkose durchgeführt. Das Verlängern des Knochens beginnt auch hier erst eine Woche nach OP. Theoretisch ist eine Längung von bis zu 1mm/ Tag möglich.
Hier im Röntgenbild ist der Zustand vor und nach Distraktionsosteogenese deutlich zu erkennen. Das Bild oben rechts zeigt die Ausgangssituation noch deutlicher.